| Profilo di MartinKayLog - Martin Kays Neu...BlogElenchi | Guida |
|
26 novembre Der neue Dan BrownIch habe im Freundeskreis schon mal die Frage gestellt: 768 Seiten in fünf Jahren. Was hat der Mann in der Zwischenzeit gemacht? Die Antwort war einhellig: Geld ausgeben. Sicher, Dan Brown hat es nicht eilig. Nach Illuminati und Sakrileg, die beides Weltbestseller sind und den Tantiemen aus den Verfilmungsrechten, wird schon ein hübsches Sümmchen zusammengekommen sein, das zweifellos mit dem Wort "aussorgt" betitelt werden kann. Und das, obwohl der Gute bisher nur vier Bücher geschrieben und veröffentlich hatte (Digital Fortress (Diabolus), Deception Point (Meteor), Angels & Demons (Illuminati) und The DaVinci Code (Sakrileg)). Eines vorab: das fünfte Buch aus der Feder Dan Browns, diesmal in wortlicher Übersetzung des Titels (Das verlorene Symbol - The lost symbol (Arbeitstitel The Solomon Key)) ist wieder ein echter Dan Brown und auch ein echter Robert Langdon Roman. Einmal mehr gerät der Symbolologe Langdon in eine Kette von Ereignissen, die er weder bestellt hat noch aufhalten kann. Diesmal wird er unter falschem Vorwand seines alten Freundes und Mentors Peter Solomon von Boston nach Washington zu einem Vortrag im Kapitol gelockt. Kaum dort angekommen überschlagen sich die Ereignisse, als sich der Anruf als falsch erweist und Solomons abgetrennte Hand in der Rotunde des Kapitols gefunden wird. Ein geheimnisvoller Mann namens Ma'lakh hat Solomon entführt und verlang von Langdon die Geheimnisse der Freimaurerpyramdie zu enträtseln, um die Alten Mysterien zu offenbaren. Ab da geht die Hetzjagd quer durch Washington los. Wie einst Rom und Paris bietet Washington historisch mit seinen Bauwerken genügend Stoff für eine spektakuläre Reise der Mythen und Legenden, gerade mit dem Orden der Freimaurer im Hintergrund, denn auch die Gründerväter der Vereinigten Staaten von Amerika gehörten dem Orden an. Bei der Suche nach den Alten Mysterien, die die letzte Wahrheit offenbaren sollen und unermessliche Macht versprechen, für die die Menschheit noch nicht reif sein soll, muss Langdon diesmal sogar an seine Grenzen gehen und letzten Endes sterben. Das verlorene Symbol ist wieder ein rasanter Pageturner, den Dan Brown aber durch die lange Bearbeitungszeit selbst ausgebremst hat. Die Rückblicke der Charaktere wie Langdon, Solomon, dessen Schwester Katherine oder dem Bösewicht Ma'lakh unterbrechen die Achterbahnfahrt immer an den unpassendsten Stellen. Flashbacks hat Brown bisher immer in die Romane eingebaut, doch dieses Mal stieg die Masse eher unangenehm auf. Davon abgesehen ist der Roman nach knapp 700 Seiten eigentlich zu Ende. Der Höhepunkt ist da, alle Spannungsmomente lösen sich auf. Dennoch geht das Werk noch 70 Seiten weiter, auf denen Brown den Leser davon zu überzeugen versucht, dass die letzte Wahrheit ... nun, das sollten Sie selbsts herausfinden, dennoch stößt auch dieser Anticlimax nach 700 Seiten sehr sauer auf. Man fragt sich, was jetzt noch spannendes geschehen kann, hofft auf eine Wende im allerletzten Moment oder einen unerwarteten Mitspieler. Nichts dergleichen. Die Fakten werden aber wieder für sich sprechen: Browns Roman wird die Bestsellerlisten monatelang anführen. Eine Verfilmung wird unumgänglich sein. Doch eine Bitte, lieber Dan Brown: Dies sollte der letzte Robert Langdon Roman gewesen sein. Bitte das nächste Buch etwas bodenständiger wie Diabolus oder Meteor und ruhig zweihundert Seiten weniger. In der deutschen Fassung hat sich der Verlag Lübbe mächtig ins Zeug gelegt, um eine Übersetzung schnellstens zu realisieren. Statt einem Übersetzer wurde der Roman von einem ganzen Team übersetzt. Dank des doch zügigen Tempos ist kaum ein Stilbruch in den Übersetzungen zu sehen, wenn auch hin und wieder mal sich die Übersetzer nicht einig waren, ob es "das Blackberry" oder "der Blackberry" heißen sollte. Diesen Übersetzungsgewaltakt lässt sich der Verlag auch großzügig entlohnen und bietet das Hardcover mit 768 Seiten für sage und schreibe 26 Euro an. 50 Mark für einen Roman dieses Umfangs sind schon ein Hammerpreis. Der Wettbewerb Kiepenheuer & Witsch legt bei gleichem Preis für den neuen Schätzing 1.200 Seiten gedrucktes Werk hin. Ja, natürlich ist Schätzing günstiger, da keine Lizenzen zu erwerben und keine Übersetzer zu bezahlen waren. 1.200 Seiten Schätzing in die S-Bahn mitzuschleppen ist mir allerdings zu schwer. Ich hoffe auf eine baldige E-Book Version von Limit.
Lahmer gehts nichtZum Weglegen war mir das ausgegebene Geld zu schade, aber die letzten dreihundert Seiten des Romans Jägerin der Dunkelheit ("Shadowgame") habe ich nur noch quer gelesen. Christine Feehans Serie über die Schattengänger spricht Spannung, Wenden und Erotik. Es geht um ein schief gelaufenes militärisches Experiment. Eine Gruppe Soldaten soll paranormale Kräfte entwickeln, das gelingt allerdings so gut, dass die Verantwortlichen aus Angst vor den Übermenschen das Projekt einstellen wollen. Die junge Wissenschaftlerin Dr. Lily Whitney findet heraus, dass ihr Vater bereits früher schon im Geheimen an der Leistungssteigerung des menschlichen Gehirns gearbeitet hat und dazu eine Gruppe kleiner Mädchen untersuchte - unter anderem Lily selbst. Mit ihrer Gabe kann sie den Soldaten als Anker und Ruhepol dienen. Die Lage ändert sich rapide, als Lilys Vater umgebracht wird und erste Attentate auf die Soldaten verübt werden. Höchste Zeit auszubrechen. Was sich im Klappentext spannend und interessant anhört ist in der Umsetzung ein endloses, langweiliges Geschwafel geworden. Immer wieder geht es um Lily und ihre Gedanken, Sorgen und Zweifel, die die Handlung kaum vorwärts bringen. Die Sexszenen in dem Roman sind inflationär und laufen immer wieder auf das Gleiche hinaus. Das kann J. R. Ward wesentlich besser. Selbst die wenigen Actionsequenzen im Roman werden ständig durch Überlegungen der Protagonisten unterbrochen, sodass sie lahm und ohne Fahrt wirken. Im Reich der Dark Romance Novels ist Feehans Serie die schwächste, die ich bisher gelesen habe. Wiederholungsgefahr nicht gegeben.
Zum NachdenkenIch bin sehr pingelig, was den Ablauf des sogenannten Mindesthaltbarkeitsdatums anbelangt und werfe Lebensmittel, die dieses Datum überschritten haben, in der Regel weg. Sehr zum Entsetzen und Leidweisen meiner Freunde und Bekannte. Ständig wäre ich auf den Passus mindest im Wort Mindesthaltbarkeitsdatum hingewiesen und dass die Lebensmitte mindestens bis zu diesem Zeitpunkt haltbar sind. Da helfen auch meine Gegenargumente nichts, dass ich des öfteren Brot hatte, das bereits drei Tage vor Ablauf des Datums und noch nicht mal geöffnet war, Schimmel angesetzt hatte. Ebenso abgepackter Käse oder noch geschlossene Joghurts. Etwas klarer wird der Fall vielleicht, wenn Sie sich den Begriff des Mindesthaltbarkeitsdatum in anderen Ländern einmal anschauen. Egal ob Sie nach England, Frankreich oder die Vereinigten Staaten schauen, der Begriff ist dort ganz anders zu interpretieren: Best before ... gut bis Expiring at ... verfällt am Consommer à ... verbrauchen bis Na? 25 novembre Von gähnender Langeweile und atemloser HatzEs gibt zwei Lieblings-Science-Fiction-Serien, die für mich mehr Kultstatus genießen als beispielsweise Star Trek. Die eine ist Stargate SG-1 mit ihrem Spin-off Stargate Atlantis. Die andere ist V. Als die Stimmen über ein zweites Spin-off der Stargate-Serie laut wurden, war ich voller Hoffnung. Stargate Atlantis ging nach fünf Staffeln in Rente (TV Film ist im Dreh) und nun sollte eine neue Crew auf dem Bildschirm zu sehen sein. Das Projekt heißt Stargate Universe, und wenn sich nicht bald und schleunigst die Marschrichtung ändert, wird es keine zweite Staffel geben. Ich kenne zwar die Einschaltquoten nicht, aber mir stellt sich allen ernstes die Frage: Wer will das sehen? Die neue Storyline ist schnell erzählt. Auf einem fernen Außenposten enträtseln Wissenschaftler das Geheimnis des 10. Chevrons auf dem Stargate. Während sie von Goa'ould-Renegaten angegriffen werden können sie eine Verbindung herstellen und wagen den Sprung ins Ungewisse. Ein Wissenschaftlerteam, ein Senator mit seiner Tochter und einige SG-Marines unter dem Kommando von Col. Young entkommen zu einem unbekannten Ort. Sie entdecken, dass sie sich an Bord eines Raumschiffs der Antiker befinden - und damit beginnen ihre Probleme erst. Sie haben weder Energie, um von hier aus die Erde anzuwählen, stellen fest, dass sie in einer ganz anderen Galaxis herumkreisen und es ihnen an Luft, Wasser, Nahrung und Energie mangelt. Dazu kommt, dass das Schiff völlig autark arbeitet und sich nicht steuern lässt, sondern seinem vorprogrammierten Kurs folgt. Hin und wieder fällt es aus dem Hyperraum und gelangt in die Nähe eines mit einem Stargate ausgestatteten Planeten. Ein Countdown zeigt an, wie viel Zeit der Mannschaft zum Erkunden des Planeten bleibt, ehe das Schiff wieder in den Hyperraum springt. Eine Mischung aus Star Trek Voyager und LOST. Aus dem Stoff, gepaart mit den Ideen des Stargate Universums, hätte man jede Menge machen können. Was dabei nach 9 Folgen herausgekommen ist, ist bisher schlicht enttäuschend. In den bisherigen Folgen kümmern sich die Gestrandeten um jeweils ein neues Problem. Ist es zuerst die Luftversorgung geht es in der nächsten Folge mit dem Wasser weiter. Zwischendurch kann man Kontakt nach Hause aufnehmen über vier Alientelepathiesteine, die es einem ermöglichen, sein Bewusstsein mit einem Empfänger auf der Gegenseite auszutauschen, unabhängig von der Distanz. Im Vordergrund der Handlung stehen bisher die Probleme der Menschen, die Streitigkeiten untereinander, der Wunsch, nach Hause zu kommen, die Verzweiflung, kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. So plätschert eine Folge nach der nächsten einfach dahin, ohne überhaupt nur ein Anzeichen von Spannung aufkommen zu lassen. Lediglich die 8. Folge ließ etwas Abwechslung aufkommen, als das Team auf einem Planeten niedergemetzelt wurde und dies aus den Aufzeichnungen eines Kina (fliegende Kameras und Aufzeichnungseräte der Antiker) erfährt und somit resümiert, dass dies in der Vergangenheit stattgefunden haben muss und doch gleichzeitig eine Zukunft ist, die noch nicht eintrat. Wenn nicht bald was passiert, wird sich die Serie m.E. selbst begraben. Da muss eine 180 Grad-Wende mit Spannungselementen rein. Das Deprigeschwafel der Protagonisten zieht die Zuschauer eher herunter und versuracht nichts als Langeweile und ... Langeweile. Ganz anders der Neuaufguss von V. Wie bei der Battlestar Galactica Serie gibt es hier in erster Linie keine Fortsetzung, sondern einen sogenannten Reboot der Serie. Die Grundidee ist dabei gleich: Eines Tages erscheinen über 29 der größten Städte der Erde riesige elipsoide Raumschiffe die über eine holografische Botschaft verkünden: We are at peace. Always. Das, was in der ursprünglichen Serie der 80er langsam aufgebaut wurde, wird hier gleich in der 40-Minuten-Pilot-Folge abgefackelt. Am Ende der Episode weiß der Zuschauer, dass die Aliens Reptilien in Menschengestalt sind, dass sie seit Jahrzehnten bereits unerkannt unter den Menschen leben, um diese auszuspionieren und dass die Besucher aus dem All alles andere als "peaceful" sind, sondern einen Plan verfolgen. Der Widerstand besteht zunächst aus der FBI-Agentin Erica Evans (Elizabeth Mitchell), dem Priester Jack Lowery (Joel Gretsch) und dem getarnten Besucher Ryan (Morris Chestnut). Was in der Pilotfolge vollgestopft wirkte, entspannte sich in der zweiten Episode sehr stark, dennoch ging auch dort die Story weiter und der Widerstand formiert sich. Bereits in der dritten Episode spielt die 5. Kolonne der Besucher eine Rolle und in der vierten Episode enthüllt Anna am Ende, dass dies erst der Anfang ist, während die Kamera auf eine gigantische Raumschiffflotte umschwenkt, die im Anflug auf die Erde ist. Was bei Stargate Atlantis an Spannung fehlt, ist bei V fast schon im Übermaß vorhanden. Momentan scheint es, als würden die Autoren in wenigen Folgen den Weg zu einem Zustand aufzeigen, der zuletzt in der alten Serie herrschte: Eine von den Besuchern übernommene und kontrollierte Erde. Um danach die Story zu erzählen, die ihnen tatsächlich unter den Nägeln brennt. Ich hoffe, ich liege mit dieser Prognose richtig. Jetzt heißt es leider erst einmal "Herbstpause", was nach nur vier gesendeten Episoden grausam ist, denn die fünfte Folge wird erst wieder im März über die amerikanischen Mattscheiben ... pardon, TFT und LCD Fernseher flimmern. Ein PingHier mal ein kleines Ping von mir, damit Sie wissen, dass ich noch da bin. Mein Schädel dröhnt ob der Erkältung, die ich mir eingefangen habe, noch immer und ich bin ziemlich schwach auf den Beinen. Dan Browns "Verlorenes Symbol" habe ich heute ausgelesen und gleich mit dem 11. Roman von Jessica R. Wards Black Dagger-Reihe angefangen. Leider hält sich Dank der Erkältung die Kreativität in Grenzen und ich komme bei Vampir Gothic nicht so weiter wie gewünscht. Weiter geht es auf jeden Fall, jeden Tag nur etwas schleppender, als ich es vorhatte. Alena und Elmar sind mittlerweile in New York angekommen. Klotzen, nicht kleckern, daher gibts auch eine Übernachtung im Sheraton Hotel & Towers, 811 7th Avenue, Ecke 53ste. Her ein Vorgeschmack: Die Rezeption bestand aus einem gewaltigen Tresen hinter dem vier Concierges ihren Dienst versahen. Etwas abseits davon stand ein einzelner Schreibtisch mit zwei luxuriösen Sesseln davor. Offenbar der Empfang für Besitzer der Starwood Preferred Guest-Karte. Elmar wollte zunächst gleich diesen Tisch ansteuern, als er es sich anders überlegte. Er ging mit Saskia im Schlepptau zum Tresen und wartete, bis ein jüngerer Mann, dessen Schalter frei war, den Kopf hob und ein strahlendes Zahnpastalächeln aufsetzte. „Guten Tag, Sir. Was kann ich für Sie tun?“ „Wir haben eine Verabredung mit einer Bekannten“, sagte Elmar. „Sie müsste bereits gestern hier eingetroffen sein. Würden Sie bitte einmal nachschauen, welche Zimmernummer sie hat?“ „Gerne. Wie ist der Name?“ „Alena Labastida.“ „Wie bitte?“ Elmar seufzte. „La-ba-sti-da.“ „Oh, Entschuldigung. Spanisch, richtig?“ „Eher Portugiesisch, aber ich glaube auf den Unterschied legt sie nicht so viel Wert.“ Der Concierge tippte den Namen in seinen Computer. Er runzelte die Stirn und vergewisserte sich bei Elmar noch einmal, ob er die Schreibweise richtig verstanden hatte. Dann schüttelte er den Kopf. „Es tut mir Leid, Sir, aber unter diesem Namen kann ich keinen Eintrag finden.“ „Nicht? Schauen Sie doch bitte …“ Ein Zupfen an seinem Ärmel unterbrach Elmar. Er drehte sich um und ließ sich von Saskia außer Hörweite des Rezeptionisten ziehen. „Was ist denn?“ „Vielleicht hat sie unter falschem Namen eingecheckt“, sagte Saskia. „Sie weiß von der Rückkehr der Vampire, und ziemlich viele von denen kennen ihren Namen. Wäre ziemlich unklug von ihr, wenn sie dann hier ihre wahre Identität preisgeben würde, oder?“ Elmar schürzte die Lippen. „Das muss ich dir sogar Recht geben.“ Er kehrte zum Tresen zurück und räusperte sich. Als der junge Mann wieder aufsah, sagte Elmar: „Vielleicht hat sie ja auch eine Nachricht für uns hinterlegt. Könnten Sie bitte einmal schauen, ob Sie etwas für Elmar Fuchs oder Saskia haben?“ Der Concierge verzog einen Mundwinkel, beugte sich jedoch wieder über seine Tastatur und gab die Namen ein. „Ah ja, hier ist tatsächlich etwas für einen Mister Fu … Fox.“ „Fuchs.“ „Eine Nachricht von Frau Rafaela Behrmann.“ Elmar lächelte und sah in Saskias Richtung. Auch deren Blick hellte sich auf, als sie den vertrauten Namen einer verstorbenen Seelenkriegerin hörte. „Die Dame erwartet Sie in ihrer Suite“, fuhr der Rezeptionist vor. „Ich muss Sie allerdings anmelden, Sir.“ Elmar nickte. Der Mann hinter dem Tresen griff zum Telefonhörer und wählte eine Nummer. Es dauerte eine geraume Weile, bis am anderen Ende abgehoben wurde. Elmar sah, dass der Concierge kurz davor war, aufzulegen und ihnen bedauerlicherweise mitzuteilen, dass der Hotelgast zurzeit nicht anwesend sei. Doch dann atmete der Mann auf und wechselte ein paar kurze Worte mit dem Teilnehmer am anderen Ende. Als er auflegte reichte er Elmar eine Plastikkarte im Scheckkartenformat. „Für den Aufzug“, sagte er. „Dreiundzwanzigster Stock, Zimmer 23505.“ „Danke.“ Elmar nickte zu Saskia mit dem Kinn in Richtung Aufzüge und ging los. Von den vier Expressfahrstühlen befand sich einer auf Loungeniveau und öffnete seine gläsernen Türen, nachdem Saskia den Rufknopf gedrückt hatte. Aus der Kabine drang sanfte Instrumentalmusik. Elmar machte eine einladende Geste und ließ Saskia den Vortritt. In der Kabine schob er die vom Concierge überlassene Karte in den Schlitz unter den Rufknöpfen und gab dann die Ziffer 23 über ein Paneel ein. Die Türen schlossen sich. Sanft setzte sich der Lift in Bewegung. Während sie sich anschwiegen zogen die Stockwerke an ihnen vorbei. Als sie den Zwanzigsten passierten, wurde es Elmar zu unangenehm. Er holte tief Luft und räusperte sich, doch bevor er ein Wort von sich geben konnte, hob Saskia eine Hand. „Du brauchst nichts zu sagen. Wir gehen da rein, Alena versucht mich zu heilen und ich bin weg. Okay?“ Elmar atmete noch einmal tief durch. „Ich … äh … wie du meinst, aber denkst du nicht …“ „Nein.“ Saskia schüttelte den Kopf. „Der ganze Rest ist euer Bier. Rettet die Welt. Du und Alena. Für mich ist das eine Nummer zu groß.“ Elmars Hand schoss vor und drückte den Nothalt. Die Kabine ruckte und blieb stehen. Saskia blickte ihn wütend an. „Was soll das?“ „Jetzt hör mir mal zu.“ Elmars Stimme war lauter, als geplant. Er schluckte und stieß den Atem aus. „Du hast mit der ganzen Sache hier angefangen, erinnerst du dich. Du hast Buffy gespielt …“ „Ich sagte, ich hasse …“ „Spielt doch keine Rolle!“, fuhr Elmar dazwischen. „Du musstest die Vampirjägerin rauskehren. Nach allem, was Alena über dich erzählt hat, warst du in der Dunkelsphäre eine herausragende Kriegerin. Ich will dir daher auch keine Qualitäten absprechen. Du steckst seelisch sogar den Angriff des Schattens weg, aber kaum haben wir eine Krise, schaltest du auf stur und willst aussteigen.“ „Ich …“ Saskia zeigte auf sich und runzelte die Stirn. Die Überraschung wich bloßem Zorn. Sie stemmte die Hände in die Hüften. „Ich schalte auf stur? Was heißt hier, kaum haben wir eine Krise? Es geht hier nicht um einen Ehestreit oder so was, Fuchs. Hast du schon vergessen, dass du mich umbringen wolltest?“ Ein Knistern erklang in einem kleinen Lautsprecher neben dem Tastenpaneel des Lifts. Kurz darauf meldete sich eine Stimme. „Hier spricht der technische Dienst. Sie haben den Aufzug angehalten. Ist bei Ihnen alles in Ordnung? Drücken Sie bitte zum Sprechen die rote Taste.“ Elmar ignorierte die Aufforderung. „Ich hab versucht, dir zu erklären, was da vorgefallen ist.“ „Oh ja. Du hast eine Entscheidung getroffen. Du wolltest mich opfern, damit du leben kannst. Sehr gentlemanlike, wirklich Elmar.“ „Herrschaften?“, fragte die Stimme aus dem Lautsprecher erneut. „Herrgott.“ Elmar drückte die Taste. „Hier ist alles in Ordnung. Ich habe einen Jackenärmel zwischen den Türen eingeklemmt. Hab ihn aber sofort wieder raus. Es geht gleich weiter.“ „Verstanden, Sir. Wenn Sie Hilfe brauchen …“ „Alles bestens, danke.“ Elmar legte seinen Daumen auf das Eingabefeld und drückte noch einmal die Ziffern zwei und drei. Der Fahrstuhl setzte sich wieder in Bewegung. „Okay, du hast Recht. Ich hätte mich von den Schatten aufsaugen und van Hornes Rat ignorieren können. Ist es das, was du hören willst?“ 17 novembre Fußball, Kopfball, LichtballQuizfrage: Was haben ein verlorenes WM-Qualifikationsspiel, eine Erkältung und eine Schreibtischlampe gemeinsam? Antwort: Frust Eine knapp zwei Monate hinausgezögerte Erkältung hat letztendlich doch ihren Willen durchgesetzt und sich bei mir eingenistet. Das Resultat, ein Kopf, der sich anfühlt, als würde ständig Fußball darin gespielt, immer wieder kräftig gegen den Ball getreten. Kopfzerbrechen bereitet auch die Niederlage der algerischen Nationalmannschaft in Ägypten. Ja, in dem Wort Fan steckt das Wort Fanatismus, aber haben Sie jemals einen Star Wars Fan einen Trekkie aus einer Luftschleuse werfen sehen, nur weil ihm seine Gesicht nicht passte? Bei Fußball ist alles krasser. Da kommt es schon mal zu Ausschreitungen. Die algerische Mannschaft wurde bereits vor dem Spiel in Ägypten belästigt, beleidigt, mit Steinen und Flaschen beworfen und teilweise Spieler verletzt. Dennoch spielten sie, verloren - und die Algerier daheim wurden wütend und schworen den Ägyptern Rache. Selbst auf unserer Baustelle blieb das nicht ohne Folgen. Eingeworfene Bürofenster, verwüstete Inneneinrichtungen - da macht das Arbeiten keinen Spaß mehr. Aus Sicherheitsgründen liegt die Arbeit dort erst einmal bis zum Wochenende brach. Na wer weiß, morgen ist das Wiederholungsspiel im Sudan, falls Algerien verlieren sollte, könnte die Lage eskalieren. Zu guter Letzt musste ich mich noch mit meiner Schreibtischlampe herumschlagen. Das gute Tchibo-Produkt hat mir bisher seit vier Jahren treue Dienste und Licht gespendet, auch wenn ich durch meine indirekte Beleuchtungswahl von dem angepriesenen "Tageslichtersatz" keinen Gebrauch mache. Besagte Lampe besitzt eine energiesparende Leuchtstoffröhre und, damit der Sockel wie bei früheren Halogenlampen nicht zu heiß wird, einen externen Transformator zum Umwandeln des Stroms. Sie hängt an derselben Steckdose wie PC, Bildschirm, Drucker. Normalerweise schalte ich alle Geräte gleichzeitig ein oder aus, doch es kommt schon mal vor, dass ich den Rechner vor sich hin arbeiten lasse, während ich mich derweil mit anderen Dingen beschäftige und nicht am Arbeitsplatz sitze. Wozu also die Schreibtischlampe brennen lassen? Knips. Ein fataler Fehler, wie sich herausstellte. Das typische Bimmeln von Windows zum Entfernen angeschlossener USB-Geräte ertönte. Zwei Festplatten und der USB-W-LAN-Stick waren plötzlich abgemeldet. Das passierte mehrmals. An die Lampe dachte ich zu dem Zeitpunkt noch nicht einmal, bis sich das Phänomen heute Morgen wieder einstellte. Da blieb nur noch eins übrig: Die Lampe an eine andere Steckdose hängen. Es scheint jetzt problemlos zu klappen. Aber es gibt nicht nur Frustiges, sondern auch Gutes zu berichten. Oder, wie Herr Storm es heute Morgen formulierte: Herr Kay, ich habe gute Nachrichten. Oh, schön. Was denn? Guten Morgen erstmal. Oh ja, das ist wirklich eine gute Nachricht Derweil befindet sich Alena auf dem Weg nach New York, Elmar Fuchs weilt in England und Robert Langdon hat sich in der Washington Cathedral verkrochen. Am Ende gewinnt das Gute. Auch in diesem Jahrtausend! 08 novembre So long, Vista!Man könnte auch Hasta la Vista sagen ;-) Heute traf die Windows 7 Upgrade DVD meines Computerherstellers ein. Nach Datensicherung, Upgrade und Rückspielen der gesicherten Dateien (ungefähr 2 Stunden und 20 Minuten Dauer) befindet sich nun auch auf meinem letzten Rechner Windows 7 und alle Spuren von Windows Vista sind beseitigt. Lediglich mein Netbook arbeitet noch mit Windows XP, das allerdings auch drauf bleiben wird, denn Win 7 Lizenzen sind nicht billig, zumal ich spätestens im März nächsten Jahres noch mein Notebook vom Release Candidate auf die finale Version updaten bzw. einen Lizenzschlüssel erwerben muss. Auf jeden Fall ist das Umrüsten etwas, auf das man anstoßen kann. Vorbei sind die ewig langen Boot-Zeiten von Windows Vista. Vorbei sind die Zeiten der Speicherressourcenfresser, vorbei sind die langen Programmladezeiten, vorbei sind die Abstürze, wenn ein USB-Gerät zu früh entfernt oder angehangen wird. Das sind schon mal die wichtigsten Aspekte. Aber auch das Arbeiten mit der neuen Taskleiste macht einfach Spaß. Und Vista, was ich dir noch mit auf den Weg geben wollte. Zwei Jahre warst du für mich mehr schlecht als recht da. Du sahst chic aus, aber Schönheit allein reicht nicht, du brauchst auch Verstand. Du kannst das Auto haben und das Geschirr, meinetwegen auch das Haus und den ganzen Planeten, aber wir sind von jetzt an geschiedene Leute ;-) 03 novembre Holzwickede. Ich kann nicht widerstehenDie zum Kreis Unna gehörende Gemeinde Holzwickede war bereits im VAMPIR GOTHIC Universum Handlungsort, insbesondere in den Romanen 4 und 5. Eine kleine Szene meines Thrillers »Kalte Spuren« ist ebenfalls in Holzwickede angesiedelt. Nun, während meiner Arbeit an Vampir Gothic 11 »Weltenriss« konnte ich nicht widerstehen, Elmar Fuchs nach seiner Rückkehr aus Norwegen erneut in "Howitown" einkehren zu lassen. Ortskundige werden auf "alte Bekannte" wie Hotel Lohenstein und den Irish Pub "Marbles" treffen. Allerdings wird es dort nur ein kleines Zwischenspiel geben. Die Haupthandlung findet diesmal ... das verrate ich noch nicht ;-) 28 ottobre Ständchen beim FrühstückZwar ist der Tag noch lang, aber ich bedanke mich schon jetzt an alle, die an meinen Geburtstag gedacht haben und mir bisher gratuliert haben. Anrufe, E-Mails, SMS - alles dabei gewesen. Der Morgen hat auch richtig gut angefangen. Um 09:30 Uhr stand Sascha vor der Tür und fragte mich, ob ich meinen Personalausweis dabei habe, er hätte einen Flug nach Hamburg gebucht, um dort mit mir zu frühstücken. Für eine Nanosekunde hab ich ihm das sogar abgenommen. Verrückt genug für solche Ideen ist er ja Gefrühstückt wurde dann allerdings bei Zurbrüggen, dem Stammfrühstücksheim aller Dortmunder und Einwohner Unnas mit Ausblick auf einfliegende Flugzeuge. Dankeschön für den tollen Vormittag an Maike, Katrin und Sascha.
Da hatten wir bereis aufgegessen ![]() Sascha hatte sein bestes Hemd für meinen Ehrentag angezogen. Bestätigten Gerüchten zufolge, soll Lady de Sina am späten Nachmittag noch mit ihrem Vierspänner und ihrem Spross Sir Tristan im Gefolge bei mir auflaufen. Für DEN Kuchen, den sie mitbringt, kann ich ihr gar nicht genug danken. Sollte ich jemals eine Villa mit Bediensteten besitzen, weiß ich schon, wen ich als gut bezahlte Köchin dafür einstelle 26 ottobre Das Wörtchen EndeEs ist immer wieder befreiend das Wörtchen ENDE unter einen Roman zu tippen. So, wie heute geschehen. Beendet habe ich meinen Dark Fantasy Roman zu einer bekannten Serie. Titel und Art der Serie kann ich allerdings erst lüften, wenn der Verlag dies offiziell bekannt gegeben hat. Derweil mache ich mich weiter an dem elften Roman von Vampir Gothic zu schaffen. Mr. Scott, veranschlagen Sie für die Reparaturdauer eigentlich immer die doppelte Zeit?"Aye, Captain. Sonst wäre ich meinen Mythos los, wahre Wunder vollbringen zu können." In der Wirklichkeit sieht es leider oft anders aus. Nämlich umgekehrt. Am 01.09. teilte die hiesige Wasserversorgungsfirma Dortmunder Energie und Wasser den Anwohnern aus meinem Wohngebiet mit, dass die Wasserleitungen, die noch aus dem Jahr 1958 stammen, aus Altersgründen erneuert werden müssen. Baubeginn wäre der 14.09.2009. Der wurde auch eingehalten. Für die Ausführung wurde ein Zeitraum von drei Wochen veranschlagt. Heute beginnt die 7. Woche (sic!) und die Bauarbeiter sind gerade dabei mit Presslufthämmern den Boden wieder plattzustampfen, um mit Klinkersteinen wieder die aufgerissenen Gehwege vor den Haustüren auszulegen. Sieben Wochen gähnte vor meiner Haustür ein Loch, das dermaßen idiotisch abgesichert war, dass ein Sicherheitsgeländer diagonal auf die Haustür zulief und somit das Vorbeikommen in den Hausflur zu einem Abenteuer machte. Ich bin gespannt, wann der letzte Schliff ansteht. Dreimal wurde in der Zeit das Wasser abgedreht. Heute funktioniert die Heizung nicht. Ich wünschte, Mr. Scott wäre hier und hätte die Bauzeit um die Hälfte verkürzt. 25 ottobre Baldacci: Lahmer Beginn, herzklopfendes FinaleVerschwörungstheroien finde ich klasse, deswegen hatte ich David Baldaccis Roman "Die Wächter" auch bei Ankündigung auf meine Wunschliste gesetzt. Dennoch wartete ich bis zum Erscheinen der Taschenbuchversion, ehe ich den Roman anfasste. Während mir die bisherigen Romane Baldaccis gut gefielen, war ich zu Beginn der Wächter kurz davor, diesen aus der Hand zu legen. Denn der Leser muss sich gleich am Anfang mit einer Reihe von Namen und Charaktere auseinander setzen. Wären es nur die Namen allein, wie Oliver Stone, Alex Ford, Adnan al Rimin, Carter Gray, Tom Hemingway, Captain Jack, Djamila und und und ... wäre es nicht so wild, aber Baldacci lässt all jenen diverse Rollen zukommen aus deren Perspektive erzählt wird. Zu Spitzenzeiten hat der Roman "Die Wächter" so 7 bis 8 Erzählperspektiven. Da kann man schon mal durcheinander kommen. Worum geht es denn in dem Camel Club (so der Originaltitel)? Vier ältere Herren, namentlich Oliver Stone (in Anlehnung an den Regisseur), Reuben, Milton und Caleb treffen sich alle 14 Tage zu einem geheimen Stelldichein, um die Wahrheit zu suchen. Bei einer ihrer Sitzungen auf einer Insel des Potomac Rivers in Washington werden sie jedoch Zeugen eines Mordes. Wie sich herausstellt, scheinen zwei Geheimdienstmitarbeiter involviert zu sein. Da der getötete streng genommen dem Heimatschutz unterstellt war und diese Behörde mittlerweile auch die Mutter des Secret Service ist, wird Agent Alex Ford zusammen mit seiner neuen Partnerin Jackie Simpson mit den Ermittlungen betraut. Was sich jetzt liest wie eine Neuauflage von Sean King und Michelle Maxwell ist jedoch ganz anders konstruiert. In der Tat haben weder Ford noch Simpson etwas mit Sean King oder Michelle zu tun. Ganz andere Charaktere, ganz andere Storyline. Durch die Erzählperspektiven des Terroristen Adnan, der Irakerin Djamilla, dem Ex-Geheimdienstler Captain Jack und dem Geheimdienstmitarbeiter Tom Hemingway wird der Leser an die große Planung im Hintergrund herangeführt. Weder Stone und der Camel Club noch Alex Ford können jedoch voraussagen, was die Terroristen wirklich vorhabenm - selbst als die große Aktion während eines Auftritts des US Präsidenten läuft, tappen alle noch immer über die wahren Hintergründe im Dunkeln. Etwa nach dem ersten Drittel hat man sich als Leser zumindest mit Oliver Stone und Alex Ford angefreundet und beginnt die notwendige Neugier dafür, wissen zu wollen, wie es weiter geht, zu entwickelt. Trotz seines lahmen und verwirrenden Einstiegs, weiß Baldacci dann doch, einen bei Laune und Stange zu halten. Da muss auch der Folgeroman "Die Sammler" und der dritte "Die Spieler" bald in den Zulauf gehen. Zwei Randbemerkungen: Einige Übersetzungspatzer sind mir sauer aufgestoßen. Und Lübbe muss dringend an seiner Recherche arbeiten. Im Autorenportrait wird Baldaccis Jahrgang mit 1949 beziffert. Der Gute hätte sich für 60 Jahre aber erstaunlich gut gehalten, der reinste Jungbrunnen. Nein, David Baldacci wurde in Wahrheit 1960 geboren.
Fulminantes Finale - Die Saga der sieben SonnenKevin J. Anderson gibt im siebten und letzten Roman "Asche der Welten" seiner Saga der Sieben Sonnen noch einmal alles und so richtig Gas. Nachdem die Konföderation um König Peter auf Theroc immer weiter erstarkt, sinnt Peter einen verwegenen Plan aus, um den Vorsitzenden der Terranischen Hanse endgültig zu stürzen. Doch Basil Wenzeslas ist nicht der Einzige, der einem Frieden in der Galaxis im Wege steht. Die Faeros haben es auf die Ildiraner abgesehen und die Klikiss schwören den Menschen Rache, da Wenzeslas den Fehler machte, mit den schwarzen Robotern zu kooperieren. Am Ende muss der Teufel mit dem Belzebub ausgetrieben werden, als Ildiraner und Konföderation tatsächlich in Erwägung ziehen, die in den Gasplaneten gefangenen Hydroger mit in den Krieg gegen die Faeros zu werfen. Gemeinsam mit den neu erstarkten Wentals kommt es zur alles entscheidenden Schlacht im ildiranischen Sonnensystem. Sieben Romane, sieben Jahre (acht Arbeitsjahre für Kevin J. Anderson). Mit der Saga der Sieben Sonnen hat Anderson ein wahrhaft galaktisches Epos geschaffen, dass in dieser Form seinesgleichen sucht. Auch der letzte Roman steht den anderen in nichts nach. Wer SF mag wird Anderson für diese grandiose Saga lieben. 19 ottobre Abenteuer Algerien: Wozu Camel Trophy und Marlboro Adventure Reisen?„Jetzt
vergiss mal den Sicherheitsgurt. Wir sind hier in Afrika!“ Das Ganze noch im
Original „grävenbreuchschem“ Dialekt gesagt, klingt überzeugend. Ich lasse den
Sicherheitsgut hängen und genieße die Fahrt. Beim Einstieg fällt mir ein Economy Class Schild über dem Eingang auf. Ich denke, ich würde durch den falschen Eingang einsteigen und frage, links oder rechts. Der Flugbegleiter deutet nach rechts. „Es geht nur in die Richtung, es sei denn, Sie wollen fliegen.“ „Geht nicht, ich hab meinen Flugschein zu Hause liegen gelassen“, antworte ich.
Die Saftschubsen (sorry, Cindy, falls du das hier liest, aber deine Kollegin war
eine lustlose Trantüte und die schwuchetligen männlichen Begleiter waren
einfach nur ... nun ja, schwuchtelig. Da werden Vorurteile knallhart bestätigt)
bringen nach dem Start rasch was zu trinken. Zum Abendessen gibt es Poularde mit
Weichweizen und Zuckerschoten oder wahlweise auch Zander. Da ich weder Fisch
mag, noch Fisch esse noch irgendwo hingehe, wo man mich zwingt Fisch zu essen*,
entscheide ich mich natürlich für die Poulade entschieden, die sehr schmackhaft
ist. Auf Nachfrage nach Stella ernten wir verdutzte Blicke des Kellners. Anscheinend hat Stella heute frei, aber das gleichnamige Bier gibt es wohl, und als der Kellner endlich versteht, bringt er auch das gewünschte Getränk. Etwa gegen Mitternacht geht es in die Heia. Der Wecker klingelt bereits wieder um 6 Uhr. Keine Zeit für ein Frühstück, denn um 7 Uhr geht der Konvoi zur Baustelle los. Wir haben Meetings und machen eine Begehung der kompletten Baustelle, die immerhin etwa einen Quadratkilometer an Fläche misst. Anschließend Mittagessen (Suppe und ein Nudelteller mit Fleischeinlage – auch nicht ohne!). Danach noch ein Meeting. Das gleiche Prozedere um 18 Uhr – Rücktransfer zum Hotel. Inschallah haben wir schon am Vortag ausgecheckt, sodass Christoph und ich uns direkt in die Hotelbar setzen und noch Drinks zu uns nehmen, während wir auf die Fahrt zum Flughafen warten. So geht es auch gegen 19:30 Uhr los. Dass zum wiederholten Male der Kreditkartenbucher des Sheraton nicht funktioniert, lassen wir hier großzügig unerwähnt. Für 21 Uhr ist unser Abflug geplant. Wir sind kurz vor 20 Uhr am Schalter der Air Algerie. Nanu? Hinter einem Tresen sitzen zwei Damen und erzählen sich was. Während hinter einem leeren Schalter eine Menschenschlange wartet. Deutsch wie wir sind steuern wir natürlich den besetzten Schalter an, doch die beiden Damen heben synchron den Kopf, erzählen etwas von „Fermez“ und deuten auf die lange Schlange. Wohl oder übel stellen wir uns hinten an. Die Damen erheben sich und verschwinden. Alsbald taucht dann endlich jemand an dem Schalter auf, an dem wir stehen und beginnt mit der Abfertigung. Dann kehren die Damen zurück und besetzen die übrigen leeren Schalter. Hallo? Geht’s noch? Jedenfalls machen Christoph und ich durch ein hastiges Rübereilen ein paar Meter Menschenschlange wett. Doch wirklich gebracht hat es uns nicht, denn nachdem wir unsere Tickets haben, wird unsere 21-Uhr-Maschine für 21:45 Uhr angezeigt, was sich dann nach 30 Minuten auf 21:20 Uhr einpendelt. Wir verbringen die Zeit mit Hörbuch und Musik in der Wartehalle und besteigen pünktlich um 21:20 Uhr erneut eine Turboprop-Maschine, die in noch schlechterem Zustand ist, als die auf dem Hinflug. Unter meinen Füßen rutscht der Teppichboden weg, sodass ich förmlich in den Sitz falle, der mit der Rückenlehne nachgibt und sich nicht mehr in aufrechte Position bringen lässt. Na schön, ist ja nur für eine Stunde. Genau
diese später setzt der Flieger auf der Landebahn von Algier auf und Christoph
spricht die verhängnisvollen Worte: „So, jetzt haben wir das Schlimmste
überstanden. Ab ins Hotel, Abendessen, an die Bar, ausschlafen und morgen gemütlich
zum Flughafen.“ Es wäre wirklich schön gewesen. Doch die nächste Überraschung erwartet uns im Hilton (wieder ohne Paris). „You have a reservation?“ „Sure.“ „Sorry, it seems there’s no reservation for you.“ Okay, das
Problemchen kennen wir ja schon vom Hinflug. Hat mal wieder jemand geschlafen,
obwohl wir auf der Baustelle im Sekretariat reklamiert haben. Kann passieren.
Macht ja nichts. Nehmen wir wieder so ein Zimmer. „I am sorry, but we are fully overbooked.“ Watt?! Griff zum Telefon, Control Risks angerufen. Wir haben hier ein Problem, du musst uns wieder vom Hilton abholen. Wir bitten den Portier, ein anderes Hotel anzurufen. Er versucht es. Mercur, Ibis, Sheraton, Sofitel. Alles voll. Wir versuchen es ebenfalls. Kein Erfolg. Mittlerweile ist es 0:00 Uhr. Ein Anruf in Deutschland bleibt unbeantwortet. Wir versuchen es über einen Reedereiagenten in Oran, der auch ein Büro in Algier unterhält. Ohne Erfolg. „Wir finden schon was für euch“, sagt der Portier. Dann tuschelt er uns zu: „Ich hab ein Haus, da könnt ihr diese Nacht schlafen.“ Warum wird mir plötzlich schwindelig? Ah ja, klar, wir sind hier nicht in Bayern, sondern in Algerien und bewegen uns nur mit Sicherheitseskorten. Mittlerweile trifft unser Bodyguard ein, wir schildern ihm die Situation und er versucht ebenfalls was zu reißen – ohne Erfolg. Nach
einigem Hin und Her sehen wir ein, dass uns gar keine andere Wahl bleibt, als
das Angebot des Portiers anzunehmen. Denn das einzige freie Hotel liegt 60 km
außerhalb Algiers und die Worte unseres Sicherheitsmanns sind klar: „No, that’s
off limits, I can’t take you there. It’s not safe.“ Unter einer Brücke auf dem Rücksitz eines Autos ist es sicherlich auch nicht „safe“. Also ab zu dem Haus des Portiers. Der Bodyguard macht klar, dass er ebenfalls dort schlafen muss, weil er uns in diesem Fall nicht aus den Augen lassen darf. „No
problem“, sagt der Portier. Okay, es geht also los. Quer durch Algier in eine ruhige Wohngegend. Waren Sie schon mal in Algier? Die Häuser sehen größtenteils so aus, als wären sie noch im Bau oder werden gerade abgerissen. Obwohl sie bewohnt sind. Zuvor gibt’s jedoch noch einen kleinen Shopping Stop, denn um 01:00 Uhr ist das der letzte Laden, der noch auf der Strecke offen hat. „Come on,
guys, you can leave the car, this is not Afghanistan“, sagt unser Bodyguard.
Also raus aus der engen Kiste und rein in den Laden. Der mit Kompressor
betriebene Kühlschrank von den Ausmaßen eines Wohnzimmerschranks ist schon
beeindruckend. Und die Cola darin ist sogar kalt. Nach dem Einkauf geht es weiter. „Hey, hier
wohnt mein Cousin“, sagt der Sicherheitsmann. So klein ist also die Welt. „He’s
with the special forces. It’s a safe place here. Look, overthere, there’s a
police station.“ Wir sind nur halb beruhigt. Der Portier steigt aus, rennt zum Haus (wie gesagt, halb im Bau, halb ausgebombt) und schließt die Haustür auf. Er winkt uns, wir packen unser Gepäck und betreten den Flur. Kein Licht. Die Treppe hat kein Geländer. Die Kellertür ist nicht vorhanden. Der
Durchgang zum Keller sieht aus, als wäre vor zwei Tagen eine Granate
eingeschlagen. Ich bleibe kurz stehen und warte darauf, dass mir jemand einen Kolben über den Schädel zieht oder eine Augenbinde vor das Gesicht hält. Nichts dergleichen geschieht, also taste ich mich im Dunkeln mit Koffer und Tasche die Treppe hoch bis in den ersten Stock. Doch, es gibt Licht. Im Badezimmer und Küche. Die Küche ist sogar irrsinnig geräumig und beherbergt eine metallic Samsung Kühlgefrierschrankkombi im amerikanischen Stil. An die Küche grenzt eine Essecke an mit Fernseher und DVD Player. Um die Ecke geht es zu einem größeren Raum mit zwei Liegen, einem Tischchen und einer Klimaanlage an der Wand. „Here you can sleep. It’s all fresh, no one lives here. I sleep upstairs.“ Na, so
ganz koscher ist das aber nicht. Der Verdacht, dass der Portier öfter solche
Art Arrangements trifft kommt uns nicht zum ersten Mal. Und überhaupt,
irgendwie hat sich unser Sicherheitsmann zu schnell mit dem anderen Typen
angefreundet, auch wenn er zwischendurch immer wieder übersetzt, wenn die
beiden sich auf Arabisch unterhalten. Zunächst setzen wir uns an einen Tisch. Die beiden beginnen, das eingekauft essen auszupacken. Wir unterhalten uns. Über England. Europa. All die Orte, an denen die anderen schon gewesen sind. Über freche Mädchen in London und Deutschland und den Verfall der Kultur im Allgemeinen. „We
believe that good people meet good people“, sagt der Portier. Na so was, das
Gesetz der Anziehung funktioniert also auch im Islam ;-) Spätestens jetzt sind
meine Zweifel zerstreut. Ich beginne mich sicherer zu fühlen. Immerhin hätte
man uns jederzeit eine Knarre an die Schläfe halten können, ohne uns zu
bewirten. Wir machen uns fertig für die Nachtruhe. Christoph eine Liege, ich eine. Unser Bodyguard schläft auf einem Doppelpack Matratzen auf dem Boden, der Portier entschwindet eine Etage höher. Guat’s nächtle. Es ist 2:00 Uhr. Mir fallen die Augen zu, aber ich wache immer wieder auf. Von erholsamen Schlaf kann man nicht reden. Um 5 Uhr werde ich hellwach. Der Muezzin ruft, und ich kann nicht mehr einschlafen. Gegen 6 Uhr drifte ich weg und werde um 8:30 Uhr wieder wach. Danach ist eh nicht mehr an Schlaf zu denken. Wir tätigen einige Anrufe, um über unseren Verbleib zu informieren. Anschließend geht es gegen 09:30 Uhr zum Flughafen. „Christoph,
tu mir bitte nur einen Gefallen: Sag jetzt nicht, wir haben das Schlimmste
überstanden. Die Worte waren beim letzten Mal fatal.“ In der gemeinsamen Business Lounge von Lufthansa, British Airways und noch ein paar Fluggesellschaften lassen wir uns nieder. Es gibt Blätterteigspeisen, Wasser und Cola. Die Frage nach Internetzugang wird bejaht. Nun, Kontakt zum Router via W-LAN funktioniert, doch rauswählen ist nicht. Der
Flieger der Lufthansa geht pünktlich um 13 Uhr. „Ich hätte gerne das Moorschnuckenragout“, sage ich dem Flugbegleiter, der mich verwirrt anschaut. „Wo haben Sie denn die Speisekarte her?“, näselt er. „Aus dem Sitz vor mir.“ „Oh, die ist aber nicht aktuell. Wir haben heute Zander und Poularde.“ „Ah“, sagt Christoph, „die Poularde war auf dem Hinflug schon gut, die nehme ich wieder.“ „Sie … Sie hatten das schon auf dem Hinflug?“ Das war
dem Flugbegleiter offenbar peinlich. Er bemühte sich fortan, uns jeden Wunsch
von den Lippen abzulesen. „Wenn das Essen nicht mehr heiß genug sein sollte,
bringe ich Ihnen neues.“ 16:30 Uhr – Frankfurt Flughafen. Wir haben das unbeschreibliche Glück fast locker durchspazieren zu können. Die Koffer kommen sofort und wir begeben uns zum Fernbahnhof. Ein ICE
ist verspätet und trifft zu dem Zeitpunkt ein, an dem unserer eigentlich
gebuchter Zug fahren soll. Um keine weiteren Überraschungen zu erleben, nehmen
wir diesen und ergattern ein leeres Abteil. Zu uns gesellt sich ein älteres
Ehepaar, oder vielmehr nur der Mann, denn die Frau macht keine Anstalten, sich
zu uns ins Abteil zu setzen. „Der Zug fährt doch nach Düsseldorf?“, fragt der Mann. „Nein“, antworten wir synchron. „Köln. Danach über Solingen.“ „Na egal.“ Irgendwie scheint er jedoch seine Frau nicht davon überzeugen zu können, er verschwindet, kommt zurück, geht wieder, kommt zurück, wuchtet den Koffer aus der Gepäckablage und stellt ihn draußen auf den Gang. Wirklich bei uns gesessen hat der Mann nicht. Er verabschiedet sich und verlässt den Zug mit seiner Frau bereits in Bonn. Christoph
verabschiedet sich in Köln und ich habe auf der Strecke
Köln-Solingen-Wuppertal-Hagen-Dortmund das Ruheabteil der 1. Klasse im ICE für
mich allein und lese die Bahnzeitschrift Mobil. Ein Interview mit dem
Vorsitzenden des Börsenvereins über Ebooks bringt mich innerlich in Rage, als
es um die Preisgestaltung von Ebooks geht. Der Schnösel meint doch tatsächlich,
die müssten genauso viel kosten, wie gedruckte Bücher, weil man ja für den
Inhalt zahlen sollte und nicht für die Form? Hallo? Mal aufwachen bitte! Und deswegen sind mp3-Downloads für Alben 5 Euro günstiger, als die CD? Also manche Leute … ach was reg ich mich auf ;-) Das war Abenteuer Algerien.
Dirk van
den Boom meinte meine Rückkehr mit folgenden Worten zu bekunden (das Szenario hebe
ich mir für eine eventuelle Folgereise auf): -----:CNN daily update------Algerian "Taliban" crushed in surprise defeat.Algiers, October 14th 2009. A number of Algerian fundamentalist insurgents faced the challenge of their life while launching an attack on a
Das Hilton (ohne Paris) in Algier
Das Sheraton in Oran
Blick auf die Bucht von Oran vom Sheraton aus.
Der Muezzin ruft früh. Danach kann man jeden Gockel stellen.
In der Arzew Industrial Zone entsteht die größte Düngemittelanlage der Welt.
Kay, der Baumeister. Nun ja ...
Erinnerungen an eine abenteuerliche Nacht (nicht, was Sie jetzt denken!!!) * aus Superman II: Allein gegen alle 17 ottobre 2. Platz für Vampir GothicHeute wurden im Rahmen des Buchmesse Cons in Dreieich die Gewinner des Deutschen Phantastik Preises 2009 für Werke aus dem Jahr 2008 bekannt gegeben. Meine Romanserie VAMPIR GOTHIC konnte sich immerhin knapp hinter Perry Rhodan auf dem zweiten Platz behaupten. Dafür danke ich allen, die Alena und Elmar Fuchs ihre Stimme gegeben haben. Die komplette Gewinnerliste ist bei Phantastik News einzusehen. 10 ottobre Auch Kürzungen bei Battlestar GalacticaNach dem Legend of the Seeker Fiasko verglich ich die TV-Spielfilm Battlestar Galactica RAZOR, einmal die US-Version, dann die auf Premiere ausgestrahlte Fassung. Auch hier nacktes Entsetzen. Mehrere Minuten Handlung, die vor allen Dingen jedem SF-Fan das Herz höher schlagen lassen würden, sind aus der deutschen Version komplett entfernt worden. In RAZOR erinnert sich Commander Adama an den ersten Zylonenkrieg, bei dem er auf eine geheime Basis der Zylonen stieß. In einer Rückblende folgt eine mehrere Minuten lange Raumschlacht zwischen Kampfsternen und Zylonen Basisschiffen (die Modelle, die man aus der 1978er Serie kennt). Lt. William "Husker" Adama ist mitten im Gefecht. Als einer der Kampfsterne explodiert, verfolgt er zwei Zylonenjäger durch die Atmosphäre eines Planeten (im Hintergrund ertönen rhythmische Trommeln untermalt mit der alten Galactica Fanfare von Stu Philips). Im Dogfight erledigt Adama einen der Jäger, stößt jedoch mit dem zweiten zusammen. Adama springt mit dem Schleudersitz raus. Der Zylone ebenfalls. Im freien Fall liefern sich die beiden einen Zweikampf mit ihren Handfeuerwaffen, ehe der Zylone gegen Adama prallt und die beiden sich in der Luft rangeln. Dann zieht Adama die Reißleine seines Fallschirms. Der Zylone stürzt ungebremst in eine Basis mitten im Schnee, während Adama am Fallschirm heruntersegelt und durch ein Glasdach bricht. Er befreit sich im Innern vom Fallschirm, kämpft gegen den Zylonen und vernichtet ihn. Dann nimmt er dessen Waffe an sich und erkundet die Basis. Er rennt durch einen Gang. Genau an dieser Stelle erst beginnt die auf Deutsch ausgestrahlte Fassnung. Während Adama mit der Waffe durch den Gang rennt, wird "1. Zylonenkrieg" eingeblendet. Im Original wurde "1st Cylon War" bereits am Anfang der Raumschlacht eingeblendet. Hier fehlen mindestens 5 Minuten Film in der deutschen Synchronisation. Der Seeker: Dem Schwert der Wahrheit zum Opfer gefallenWer sich morgen auf einen entspannten Nachmittag mit Pro 7 und Richard Cypher als dem Sucher der Wahrheit (Seeker of Truth) freut, kann die Vorfreude gleich wieder einpacken. Die TV Adaption von Terry Goodkinds Romanserie "Das Schwert der Wahrheit" ist in der deutschen Fassung hemmungslos der Familiennachmittagsschere zum Opfer gefallen. Während "Legend of the Seeker" in den Staaten im Abendprogramm läuft, glauben die Programmgestalter von Pro 7 offenbar, man könne eine Erwachsenenserie in Jugendformat pressen. Aber die Schnippelei ändert nichts an den erwachsenen, düsteren Themen der Serie, die eigentlich nicht ins Nachmittagsprogramm gehören. Die Serie enthält Schwertkämpfe der nicht ganz harmlosen Art, ebenso stellenweise Folterszenen, die in die Kategorie "Braveheart light" gehören. Was nach dem Ansetzen der Schere von dem eigentlichen Stoff noch übrig bleibt, möchte ich erst gar nicht wissen. Gleich in der grandios gestalteten Eröffnungssequenz, der Flucht Kahlans und ihrer Schwester vor den D'Harans, fehlen 10 Sekunden. Was alles in 10 Sekunden in einem Film geschehen kann, können Sie sich selbst ausmalen. Mein Tipp: Morgen Finger weg vom Fernseher und warten, bis eine ordentliche FSK 16 DVD Box herauskommt. Nächster Stopp: AlgerienMorgen geht es geschäftlich für zwei Tage nach Algerien. Außer Flughafen, Hotels und Baustelle, werde ich allerdings nicht viel zu sehen bekommen. Ich darf mich allerdings zwei Tage lang wie ein Politiker fühlen, denn für geschäftliche Reisen gibt es aus versicherungstechnischen Gründen verschärfte Sicherheitsauflagen. So darf kein Schritt vor die Hoteltür ohne vorherige Anmeldung beim Sicherheitspersonal getan werden. Der Transfer vom Hotel zur Baustelle wird von einer Regierungseskorte begleitet. Na mal sehen, wenn es spannend ist, unterschreibe ich vielleicht den Aufnahmeantrag in die Fremdenlegion und bleibe gleich dort 08 ottobre Das alles ... und noch viel mehr ...... würd ich machen, wenn ich König von Deutschland wär. Rio Reisers Song wird wahr, und zwar in Andreas Eschbachs neuem Roman "Ein König für Deutschland". Der neue Eschbach ist da, könnte man sagen. Und wahrlich, der Roman ist wirklich neu, allein schon von seiner Machart. Entgegen seiner bisherigen Knaller wie "Jesus Video", "Eine Billion Dollar" und auch "Ausgebrannt", wagt sich Eschbach diesmal auf ein Genre, das ich so bisher nur in Filmen kannte: Dem Doku-Roman. Dokumentarische Belletristik ist hier treffend, denn neben der eigentlichen spielenden Handlung folgen in "Ein König für Deutschland" lange Versatzstücke, die sich ausgiebig mit dem amerikanischem und deutschem Wahlsystem, dem Grundgesetz, der Geschichte und Computern befassen. Damit der Laie nicht dumm da steht und zumindest ansatzweise versteht, über was dort gesprochen wird, ist das Buch von Fußnoten nur so durchsetzt, wie man es bisher nur von Fachbüchern kennt. Eschbach gesteht in seinem Nachwort, dass dieser Roman ein Appell gegen Wahlcomputer ist. Der Roman selbst erschien pünktlich kurz vor der letzten Bundestagswahl, hätte damit also gut als Warnung gepasst, wenn er sich am Ende nicht zu sehr wie an den Haaren herbeigezogen lesen würde und der eigentliche Clou nicht unter den Teppich gekehrt werden würde. Der Roman beginnt in den USA vor den umstrittenden US-Wahlen im Jahr 2000, die George W. Bush zum Präsidenten machten. Er lässt die Leser die rätselhaften und stellenweise lächerlichen Ereignisse der Wahlnacht, der Stimmauswertung und der Widersprüche erleben. Allerdings schiebt Eschbach die manipulierten amerikanischen Wahlen auf gezielt umprogrammierte Wahlcomputer, die letztendlich das ausschlaggebende Ergebnis für George Bush und gegen Al Gore einbrachten. Nicht zuletzt (und nicht nur dort) seit Michael Moore Dokumentation Fahrenheit 9/11 dürfte bekannt sein, dass Wahlcomputer hier überhaupt nicht im Spiel waren, sondern die Niederlage Gores durch die Wahl in Florida durch entmündigte Wähler der afroamerikanischen Population herrührte. Man hat berechtigte Wähler dort einfach nicht zur Wahl zugelassen, und die Einsprüche der Abgeordneten des Repräsentantenhauses (dessen Vorsitz Al Gore zu der Zeit inne hatte) nicht zugelassen, da sie nach amerikanischem Recht von einem Senator abgezeichnet werden müssen, wozu sich aber niemand der Herren und Damen Senatoren bemüßigt fühlte. Der junge Programmierer und Hacker in Eschbachs Roman, der das manipulierte Programm für die Wahlcomputer schrieb, heißt Vincent Wayne Merritt und ist uneheliches Kind eines verheirateten Deutschen und einer unbeständigen Amerikanerin mit häufig wechselnden Männerbekanntschaften. Vincents Vater Simon König ist Lehrer in Deutschland und lebt von seiner Ehefrau Helene seit über zwanzig Jahren getrennt, da sie von dem unehelichen Sohn in den Staaten erfahren hat. Dem Zauberkünstler Bentio Zantini gelingt es über die Chefin Vincents einen Zusammenhang der Wahlmanipulation von 2000 und Vincent zu ziehen. Er zwingt Vincent zur Zusammenarbeit, neue Routinen für Wahlcomputer zu schreiben, um dieses an die meistbietende Partei zu verkaufen. In seiner Verzweiflung kopiert Vincent alle Dateien auf eine CD, löscht seine Festplatten und schickt diese CD seinem Vater Simon in Deutschland. Doch dieser wird rasch von Zantini übertölpelt, sodass Simon mit leeren Händen dasteht. Da nimmt die geheimnisvolle Sirona, die Simons Sohn Vincent über Internet-Chats kennt, Kontakt zu ihm auf und führt ihn an Alex und Root heran, die sich nicht nur mit Computern auskennen, sondern auch Alternate Reality Games inszenieren. Zu viert hecken sie einen Plan aus, Zantini bei der Manipulation in die Quere zu kommen: Sie gründen eine Partei und haben keine bessere Idee als sich die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland auf die Fahne zu schreiben, mit Simon König als König Simon I. Was sich interessant und mit dem gewissen "Ich will wissen, wie es weiter geht"-Sog liest, ist es auch bis zu einem gewissen Zeitpunkt. Trotz der Fußnoten und seitenweisen Erklärungen der Wahlsysteme ist Eschbach auch mit "Ein König für Deutschland" ein unterhaltsamer Roman gelungen. Allerdings vermittelt er gegen Ende des Romans dem Leser das Gefühl, gegen eine Wand geschrieben zu haben und nicht mehr weiter zu wissen, denn die "Auflösung" des Romans ist so platt, dass man nur noch die Augen verdrehen kann, bis das Weiße zu sehen ist. Da helfen auch vage Andeutungen über das Mädchen Sirona nicht, ebenso wenig wie der eingangs erwähnte Clou mit dem Zantini die Bundestagswahl 2009 manipuliert hat - denn hier verwehrt sich Eschbach einer Auflösung und lässt das "wie hat Zantini das angestellt" einfach im Raum stehen - wohl, weil Eschbach selbst keinen Plan hatte, wie er sich diese Auflösung jetzt noch halbwegs logisch zurecht legen sollte. Sprachlich hinkt "Ein König für Deutschland" stellenweise den Vorgängerromanen um einiges Hinterher. Die Umgangssprache dominiert, sowohl in der beschreibenden Handlung als auch in dem dokumentarischen Teil.. Eigenwillige Satzkonstruktionen führen dazu, dass man Sätze mehrmals lesen muss, ehe man kapiert, was einem da vermittelt werden soll. Fast hat man beim Lesen das Gefühl, dass Andreas Eschbach die Idee zum Roman mit dem Erhalt der Wahlbenachrichtigung hatte und diesen dann schnell runterschrieb, um ihn noch pünktlich vor der Wahl veröffentlichen zu können. Schade, dass sich hier ein Lektorat nicht getraut hat, einige Schnitzer auszumerzen, um einige Stellen der Handlung lesbarer zu machen. Fazit: Aus einer guten Idee, die anfangs interessant umgesetzt ist, wird ein Roman, der sich zumindest bis zur Bundestagswahl gut liest, dann jedoch mit einem derart unmöglichen Ende aufwartet, das man nur noch ein enttäuschtes "Toll, das war es jetzt" denken kann. Eschbach kann es besser. Von seinen eingangs erwähnten drei Highlights ist der König von Deutschland weit, weit entfernt. ![]() "Ein König für Deutschland" ist übrigens der erste Roman, den ich auf dem Cybook Opus Ebook Reader gelesen habe. 484 Seiten ist der Roman dort stark, ich hatte ein entspanntes, angenehmes Lesegefühl, keinen lahmen Arm, eine Hand immer frei, der Akku steht nach 484 Seitenumschlägen und mindestens 10 x ein und wieder ausschalten noch immer bei 100%, ich hatte eine leichte Arbeitstasche und keine Eselsohren.
Herzlichen Dank an den Lübbe Verlag, dass er dieses Ebook (das im ePub-Format ohne Titelbild daher kommt und keine Silbentrennung aufweist) für exakt den gleichen Preis anbietet, wie die Hardcover-Version. Wir erinnern uns an die Preisvorteile von Ebooks: Keine Druckkosten, keine Bindungskosten, keine Transportkosten, keine Lagerkosten - und da man sich das Titelbild einspart, kann man das Honorar für den Künstler auch gleich einsparen. Wertverlust gibt es dadurch, dass man das Ebook weder verschenken, verleihen oder anschließend wieder verkaufen kann. Somit ist der Preis als Wucher und Halsabschneiderei anzusehen. Danke, Herr Lübbe, danke! Und nochmal ...Ich bin ja noch nicht fertig: Meinen herzlichen Dank auch an Wolfgang Kollmann für das Testlesen von Kalte Spuren! |
|
|